Freitag, 28. März 2014
Abschied von Buenos Aires
Ganz besonders bedanken möchte ich mich
bei Marcelo Di Maggio: für seine wundervolle Arbeit. Ich bin richtig begeistert und sicher, dass meine Wahl für ihn genau die richtige war. Er beherrscht wirklich die Kunst die persönlichen Eigenheiten des eigenen Gesichts zu bewahren und das Ganze sehr auswogen und natülich zu gestalten.
bei Miriam: Sie hat mich auch diesmal wieder begleitet und die gemeinsame Zeit hier war sehr schön. Ich habe die vielen Gespräche und das gemeinsame Essen hier richtig genossen.
Bei Gina aus Venezuela: Eine wunderbare Freundin, die ich in der letzten Woche hier kennengelernt habe. Sie wird morgen zurück nach New York fliegen und am Montag das erste mal als Gina auf ihrer Arbeitsstelle erscheinen. Ich wünsche ihr viel Glück und gutes Gelingen.
bei Sina und Julia, mit denen ich gestern acht Stunden im Cafe hier in Belgrano gesessen habe. Danke für das diese schöne Zeit. Es hat mich sehr gefreut euch kennen gelernt zu haben. Für Eure FFS wünsche ich Euch von Herzen ein ebenso gutes Gelingen wie bei Gina und mir.
und zuletzt bei meiner Familie und insbesondere meiner Frau, die in meiner Abwesenheit die ganze große Familie alleine managen musste. Ohne diesen Rückhalt wäre mir dieser Schritt nicht möglich gewesen.
Mit Buenos Aires habe ich mich während meiner langen Ausflüge versöhnt. Es ist eine sehr lebendige Stadt, deren schöne Seiten man erst einmal entdecken muss. Jetzt zieht es mich aber wieder aufs Land.
Samstag, 22. März 2014
2 Wochen nach der FFS: weitere Bilder




Samstag, 15. März 2014
Zweite Nachuntersuchung und Bilder
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| 9. Tag nach der OP. Langsam verschwinden die ganz großen Schwellungen. Leider etwas unscharf. :( |
Samstag, 8. März 2014
48 Stunden post OP: Die ersten Bilder



Das also ist eine Möglichkeit dessen, was durch eine FFS im Optimalfall zu erwarten gewesen wäre. Mit diesen (und weiteren Bildern) bin ich in den letzten 1,5 Jahren Jahren überall herumgezogen und habe sie interessierten Menschen gezeigt und sie um ihre Meinung gefragt. Die meisten waren doch sehr erstaunt wieviel Veränderung da möglich ist. Spanndender ist natürlich das reale Ergebnis, welches ich nicht vorenthalten will.
Ehrlich gesagt: Mir ist es im Moment noch unvorstellbar, dass da mal so was wie oben rauskommen soll. Aber es ist jetzt wohl viel Geduld gefragt....
Freitag, 7. März 2014
OP ist überstanden
Um 9 Uhr begann heute morgen sehr pünktlich meine FFS. Und um 18 Uhr heute Abend waren sie fertig. 9 Stunden also. Dafür wird aber wohl der zweite Termin gestrichen, weil jetzt alles gemacht wurde.
Ich fühle mich sehr geschwollen an. Bin aber immerhin bereits jetzt in Lage ein paar Mails und dieses Posting zu schreiben. Auch wenn es sicher nicht das Längste wird.
Dr. Di Maggio war nach der OP noch zweimal da und hat alles kontrolliert und Anweisungen für morgen früh hinterlassen. Morgen um 11 Uhr soll der Verband ab und die Nähte versorgt werden. Und dann geht es ins Appartement, wo meine Begleiterin ja auch schon wartet, selbst vor zwei Tagen operiert. Da machen wir dann ein kleines Lazarett auf.
Soviel für heute. Die nächsten Tage werde ich sicher mehr und ausführlicher berichten können.
Donnerstag, 6. März 2014
Der Coutdown läuft: 30 min. bis zum Taxi
de ist es soweit. Dann steht mein Taxi vor der Tür. Um halb acht soll ich im Krankenhaus sein, für acht ist die OP terminiert. Na ja, mit argentinischen Verhältnissen wird es wohl ein bis zwei Stunden später werden.
Was heute alles gemacht wird weiß ich noch gar nicht so richtig. Ursprünglich sind ja zwei OPs angesetzt (die nächste in einer Woche). Di Maggio möchte aber aufgrund meiner gerade abgeheilten Polyradikulitis möglichst viel in einer OP machen und in der zweiten vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten die mit Lokalanästhesie gehen. Insgesamt steht auf der Agenda:
Stirnrekonstruktion
Kinn- und Kieferanpassung
Facelift
Upper lip lift (Verkürzung des Abstandes Nase Mund und Anhebung de Lippe)
Earlobe reduction (Verkleinerung der Ohrläppchen)
Blestophary (Lidstraffung)
Eyebrowlift (Anhebung der Augenbraue)
Nase und Adamsapfel werde ich Deutschland machen lassen. Zum Leidwesen von Di Maggio, der meine ich sähe jetzt nach seiner OP aus wie eine Frau mit einer sehr großen Nase.
Ob ich aufgeregt bin? Keine Spur. Auch wenn ich es vielleicht sein sollte. Meine Begleiterin läuft immerhin seit gestern nach ihrem Facelift mit einerm sehr geschwollenen Gesicht durchs Appartement.
Ich habe auch nichts entsprechendes eingeworfen. Ich bin einfach so. Ich gehe das wieder sehr gelassen an und freue mich auf ein gutes Ergebnis. Auch wenn die nächsten Tage sicher nicht einfach werden.
Ich weiß dass jetzt in Deutschland ganz viele Menschen an mich denken. Das ist ein sehr sehr schönes Gefühl. Heute geht für mich (hoffentlich) ein Traum in Erfüllung. Konnte ich doch schon mein Leben lang nichts mit meinem so männlchen Gesicht anfangen. In den Spiegel schauen hat nie wirklich Spaß gemacht. Das Gesicht hatte ich über viel Jahrzehnte hinter einem Vollbart versteckt.
Heute wird das zu einem großen Teil geändert. Der andere Teil (die übergroße Nase) kommt dann im Mai.
So, jetzt werde ich den Post hier veröffentlichen, das Netbook einpacken und dann auf das Taxi warten.
Bis bald auf dieser Seite! :)
Mittwoch, 5. März 2014
Buenos Aires - ein Moloch von Stadt
Der erste Eindruck von oben
Beim Anflug habe ich gleich dank meines Fensterplatzes einen guten Eindruck von Buenos Aires bekommen. Das fängt mir der gewählten Flugroute an. Die führt nämlich fast genau über die Stadtmitte. Bis zum Flughafen sind es zwar noch rund 30 km, aber wirklich hoch fliegen tun die da nicht mehr. Warum tun die sich diese Lärmbelastung an?
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| Der rote Pfeil markiert ungefähr den Standort unseres Appartements. |
Im Großraum Buenos Aires (der sich eigentlich ziemlich nahtlos an die eigentliche Stadt anschließt) sind es 13 Millionen. Das ist ein Drittel der Bevölkerung von Argentinien. Hier liegen auch sehr großflächtige Slumgebiete.
In der Stadt unterwegs
Ein ist ja schon mal klar: Eine Stadt dieser Größenordnung kann man nicht mal eben erkunden. Und dabei war ich schon ziemlich viel unterwegs. Wir wohnen im Stadtteil Belgrano, einer der größeren Stadteile. Hauptstraße ist die Avenida Cabildo, von der wir 3 Sraßenblocks entfernt wohnen. Alleine die Erschließung der näheren Umgebung um die Einkaufsmöglichkeiten zu erkunden kann in stundenlange Spaziergänge durch die Stadt führen. Grün gibt es dabei nur selten. Gefühlt einer von 100 Blocks in der Stadt ist eine kleine Grünfläche. Davon ca. ein viertel ein liebloser Kinderspielplatz, ein Denkmal in der Mitte und der Rest versucht grün zu sein. Was überwiegend nur den Bäumen gelingt. Auf dem was da Rasenfläche sein soll tummeln sich dutzende von Hunden. Das lädt alles nicht wirklich zum Verweilen ein.Gestern bin ich dann mal bis zum Meer gelaufen. Das sind rund 3 km Luftlinie. Und vom Meer aus zu Miriam ins Krankenhaus, das waren gut 4 km. Dann noch ein wenig hin und her, da dürften 10 km zusammen gekommen sein. Und bin doch im Grunde nur halb durch Belgrano gelaufen. Gerne würde ich mal vom Punkt, wo ich am Meer war, bis in die Stadt rein laufen. Das sind dann aber auch noch mal rund 10 km, und in den nächsten biden Wochen bin ich wahrscheinlich etwas indisponiert für sowas.
Die Einteilung der Blocks
Interessant erscheint mir die Einteilung der Stadt in Blocks. Jeder Block hat eine Kantenlänge von rund 100m. Und wird ganz stur druchgehalten. Die Hausnummern richten sich nach den Metern, die das Haus zwischen den Blocks liegt. Dabei werden die Straßen alle über die volle Länge durchnummeriert. Unser Appartement liegt in der "Doctor Pedro Ignacio Rivero" und hat die Hausnummer 2768. Eine Besonderheit gibt es bei den Ost-West-Richtung verlaufenden Straßen. Deren Nummerierung beginnt nicht an deren Anfang, sondern am Meer. Die ersten 600m sind Park, so dass die ersten Häuser mit den Hausnummern oberhalb von 600 beginnen. Unser Haus liegt also ca. 2768 vom Meer entfernt. Das funktioniert, weil die Blocks fast alle gleich liegen. Manchmal liegen die ein wenig schräg, ich vermute mal, dass in diesen Blocks die Meter ein wenig länger oder kürzer sind.
| Unsere Strasse Doctor Pedro Ignacio Rivera |
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| Avenida Cabildo |
Die Menschen
Es ist natürlich schwer etwas dazu zu sagen, ohne die Landessprache zu sprechen. Was mir aufgefallen ist sind zweierlei Dinge: Ich kann mich hier recht unbefangen bewegen. Ich falle auf, aber wohl eher wg. der Größe. Sehr selten gibt es die Ellbogenstupserei oder Flüsterei mit neugierigem Umdrehen. So gesehen fühlt sich das erst mal sehr normal an. Kann aber auch daran liegen, dass ich ja nichts von dem verstehe, was die Leute hier miteinander sprechen.
Englisch-Kenntnisse sind eher die Ausnahme. Eigentlich seltsam für eine Weltstadt, in die sich ja nun auch genug Touristen verirren.
Aus den Gesprächen mit Mercedes und Dr. Di Maggio ergibt sich aber durchaus ein Eindruck, dass die nicht gerne hier leben.
Internet? Zu langsam. "Welcome to Argentina". Dabei ist es außerordentlich schnell, mein Netbook ist halt nur lahm...
"Too much Corruption here." O.k. Aber wie war das noch mit dem Glashaus?
Die eigene Währung wird so gering geschätzt, dass privat Kurse geboten werden, die um 30% über den offiziellen liegen.
Es mag daran liegen, dass manche Dinge hier eben nicht so sind wie in Europa oder vor allem in den USA (die das große Vorbild sind). Das Obst in den Auslagen hat teilweise mehr als nur macken, teilweise ist es richtig verdorben. An vielen Stellen und fast in jedem Block sieht die Stadt alles andere als Attraktiv aus. Die Straßen sind häufig verstopft. usw. usw.
Mir scheint es allerdings auch so zu sein, dass hier die Zustände in anderen Ländern stark idealisiert werden. Wie dem auch sei - irgendwie fühlt sich das komisch an.
Preise
Ein letztes Wort zum Verkehr hier. Es gibt einige wenige U-Bahn-Linien sowie einzelne Eisenbahnverbindungen durch die Stadt. Ausprobiert habe ich die noch nicht. Aber eine Fahrt mit der U-Bahn kostet $ 3,50. Argentinische Dollar, nicht amerikanische. Das sind umgerechnet - 25 Cent! Und die Taxi-Fahrt vom Krankenhaus zu unserem Appartement hat mich gestern abend $ 35 gekostet. Das sind 2,50 €. Entfernung: Rund 3 km. Dafür wäre das Taxi bei uns nicht einmal losgefahren.Also der öffentliche Nahverkehr ist unschlagbar günstig. Genauso wie Sprit. Der Liter Diesel für umgerechnet 70 Cent. Ach hätten wir das doch auch so...
Leider kann man hier vom U-Bahn fahren und Tanken nicht leben. Sonst wäre es echt ein Schnäppchen. Die Lebensmittelpreise unterscheiden sich aber gar nicht von denen bei uns. Und das auch nur bei dem günstigen Tauschkurs. Nach offiziellen Kursen ist das Leben hier sehr sehr teuer.
Leben hinter Gittern?
Bei jedem Blick aus dem Fenster oder beim Bummeln in den Straßen wird es deutlich: Die Menschen hier leben in der ständigen Angst vor Einbrücken. Überall sind Gitter, Ketten, schwere Vorhängeschlösser. Nicht nur vor den Geschäften zu ebener Erde, wenn diese geschlossen sind. Nein, auch in den Wohnungen darüber. Und nicht nur im ersten Stock. Auch im zweiten. Und im Dritten. Und im Vierten (so wie bei uns). Und bei den ganz paranoiden auch noch höher. Ich weiß nicht, ob das hier wirklich so gefährdet ist. Aber ein mulmiges Gefühl macht es schon. Weniger weil ich befürchte, dass hier im vierten Stock wirklich jemand versuchen könnte einzusteigen. Mehr weil ich gar nicht weiß, wie man damit eigenlich im Brandfall umgehen soll. Es gibt nur ein Treppenhaus. Ein Fluchtweg über Balkon und Fenster müsste erst von der Feuerwehr aufgeschnitten werden. Alles ist fest verschraubt und eingemauert. Das ist wirklich wie im Gefängnis. Abends besonder, wenn es draußen dunkel ist. Dann werden die Gitter von innen so richtig angeschienen.Ausweg: Bei nächsten nur noch 7. Stock und höher. So paranoid können auch die Argentinier nicht sein.
Soweit nun die Eindrücke der ersten Operationsfreien Tage. Damit ist jetzt erst einmal Schluss. Ab morgen wird wieder geschnippelt.
Sonntag, 2. März 2014
FFS bei Dr. Di Maggio, Argentinien
Bereits am kommenden Donnerstag wird es mit dem ersten Teil losgehen, ich habe mir fest vorgenommen dann auch wieder regelmäßig über die beiden geplanten OPs und die Heilung zu berichten.
Der letzte hier berichtete Stand war ja der Vergleich der verschiedenen möglichen Operateure. Meine Wahl ist letztendlich auf Di Maggio gefallen, obwohl ich da zeitweise auch etwas Zweifel hatte. Seit dem Ausscheiden von Amanda aus seinem Team ist die Organisation nicht mehr so, wie sie es vorher war. Es gab sprunghafte Veränderungen der Konditionen, Dinge, die ihm nicht mehr erinnerbar waren oder ähnliches. Wenn seine Reputation nicht so hoch wäre ich sicher nicht hier gelandet zu sein. Zwischenzeitlich war Cardenas in Mexiko durchaus eine denkbare Alternative. Hinzu kam die Erfahrung einer Freundin, die im letzten September (alleine) hier war und die die etwas chaotischen Abläufe hautnah erleben "durfte".
Gestern nun war das erste persönliche Gespräch mit Dr. Di Maggio. Er hat sich für uns beide (Miriam ist auch wieder mitgekommen) insgesamt 4 Stunden Zeit genommen und alles bis ins Detail besprochen. Seine Vorstellungen des Operationsziels, nämlich eine möglichst große Natürlichkeit, entspricht voll und ganz der meinen. Und er kann sehr nachvollziehbar erklären warum er welche Prozeduren wie macht und was und warum manche Dinge er bei mir so empfiehlt.
Bei der GaOP von Suporn handelt es sich um einen fast industriell abgewickelten Eingriff, der in der Regel kaum einer wirklichen Individualisierung bedarf. Anders ist es eindeutig bei der FFS. Eigentlich müsste ein solches Gespräch vor der Buchung eines solchen Eingriffs regelhaft stattfinden. Aber extra dafür wäre ich wohl ehrlich gesagt nicht nach Buenos Aires geflogen.
Gewöhnungsbedürftig ist das seit letztem Sommer von Di Maggio angewendete Verfahren, alle Voruntersuchungen in Deutschland (bzw. dem Herkunftsland) durchführen zu lassen. Das umfasst ein großes Blutbild, Negativnachweise von HIV und Hepatitis, aber auch eine Röntgenaufnahme von Brust und Kopf. Als privatärztliche Leistungen müsste man für all dies rund 600 EUR auf den Tisch legen - Geld welches Di Maggio hier in Argentinien spart. Er sagt jedoch es sei besser für seine Patientinnen, denn wenn die Untersuchungen ergäben dass eine Operation nicht durchgeführt werden kann dann gingen sie kein Risiko einer Absage mehr ein wenn sie einmal in Buenos Aires sind. So richtig das auch ist, ein gewisses Geschäckle bleibt dennoch, dass es hier um eine versteckte Kostenverlagerung geht.
Über die von kalkulierten Preise läßt Di Maggio aber durchaus mit sich reden. Auf Nachfrage gibt es durchaus einen "special price" oder einen "last very special price". Letztlich konnte ich hier nochmals rund 3000 US-Dollar sparen. Ebenfalls ist die auf Nachfrage verfügbare Option, den Operationspreis bis auf die vorher fällige Anzahlung in bar vor Ort zu bezahlen. Und zwar nicht in Dollar (weder die aus den USA noch die argentinischen), sondern in Euro. Es war zwar ein ziemlich seltsames Gefühl mit derart viel Bargeld durch die halbe Welt zu reisen, es reduziert aber das eigene Ausfallrisiko erheblich. Außerdem bietet Di Maggio einem einen guten Umrechnungskurs an, der nochmals einige hundert Euro sparte. Jeder andere Weg der Bezahlung hätte in jedem Fall erheblich mehr gekostet und ein größeres Risiko bedeutet. Allerdings können die in unserem Fall sehr günstigen Währungsschwankungen auch mal in die andere Richtung gehen, das gilt aber für jeden anderen Zahlungsweg auch.
Auch in Sachen Geld wechseln lohnt es sich bei Di Maggio zu bleien. In Deutschland wurde ein Kurs von 1:7 (EUR zu argentinischen Pesos) angeboten. In Madrid am Flughafen waren es 1:9, hier in Buenos Aires bei den Banken immerhin schon knapp 1:11. Bei Di Maggio haben wir einen Kurs von 1:14 bekommen - ich finde es ein äußerst faires Angebot. Es zeigt aber den Stellenwert von Zweitwährungen in einem Land mit einer sehr hohen Inflationsrate.
Also werde ich jetzt in den nächsten Wochen wieder regelmäßig berichten, wie es mir hier in Buenos Aires so ergeht. Nicht nur beschränkt auf die medizinischen Maßnahmen, aber die stehen natürlich auch wieder im Vordergrund.
Mittwoch, 12. Februar 2014
12 Monate post OP: Rückblick und Fazit
In den letzten Monaten habe ich hier gar nichts mehr gepostet - kein Zeichen, dass ich da keine Lust mehr hatte, sondern es gab schlicht nichts wirklich Interessantes in Hinblick auf die GaOP zu berichten. Also kein schlechtes Zeichen, sondern ein wirklich Gutes. Ein paar andere Dinge bin ich jedoch schuldig geblieben (Brustaufbau und FFS), die werde ich in den kommenden Tagen und Wochen jedoch nachholen.
Jetzt erst mal ist es jedoch ein letztes mal Raum für das Fazit zu meiner GaOP.
Empfindungen beim Rückblick
So schnell das Jahr im Rückblick auch vergangen sein mag, trotzdem war es von vielen Anstrengungen gekennzeichnet, von denen viele auch mit der GaOP und der Nachsorge zu tun haben. Ich erinnere mich an die ersten drei Monate: Drei mal täglich alles richten zum dilaten. 3 Stunden jeden Tag, die zumindest an den Tagen, an denen ich arbeiten war, vorher gar nicht über waren. Gott sei dank war das nicht besonders schmerzhaft, aber es hat den Tagesablauf doch nachhaltig geprägt. Du gehst mit dem Dilator ins Bett und wachst morgens mit ihm wieder auf. Und mittags, damit man nicht aus der Übung kommt, gerade noch einmal. Die persönliche Herausforderung, diesen Rhythmus um jeden Preis beizubehalten um mein gutes Ergebnis auch wirklich halten, ist eine ungeheure Kraftanstrengung. Irgendwie arbeitet man ja gegen die natürlichen Heilungsanstrengungen des Körpers, der bestrebt ist, das "Loch", was da geschaffen wurde, wieder zu schließen. Die Anstrengungen werden alleine dadurch getrieben, dass es endlich so ist, wie es immer schon hätte sein sollen, wie es die Seele vom eigenen Körper erwartet hatte.
Eine wirkliche Herausforderung stellte aber nicht das erste Quartal dar: Das zweite war in unvergleichlicher Weise anstrengender. Die Vorstellung möglichst exakt einen Abstand von 12 Stunden zwischen den Dilatings einzuhalten hat sich sehr sehr schnell als unrealistisch herausgestellt. Bei 9 Stunden täglicher Arbeitszeit und 45 min. Fahrtzeit zur Arbeit (einfacher Weg) bleiben ja nur noch 1,5 Stunden Puffer. Morgens warten aber 3 Kinder darauf zur Schule gebracht zu werden. Und abends kam ich um den ein oder anderen Einkauf gar nicht herum. Das war schlichtweg nicht zu schaffen. Real war der Abstand viel größer und lediglich durch das Schlafen unterbrochen. Der vierte Monat gehörte auch noch zu denen, in denen ich besonders stark gegen die Heilungskräfte an kämpfen musste. Das eigentliche Dilating konnte da schon mal eine gute Dreiviertelstunde dauern. Es ist die Zeit in der die innere Stimme sagt: Halte durch, du schaffst das. Jeden Tag von Neuem.
Und ja, ich habe das geschafft. Kein Einziges mal habe ich in dieser Zeit ausgelassen. Alle außerberuflichen Verabredungen und Aktivitäten habe ich dem untergeordnet. Und mich gleichzeitig auch noch den Anforderungen meiner Familie gestellt.
Burn out im Juni
Irgendwann ist für jeden Menschen das ganz persönliche Maß erreicht, an dem es nicht mehr geht. Bei mir war es Mitte Juni der Fall. Und es ging gar nichts mehr.
Zu den unverminderten beruflichen Anforderungen kamen auch noch familiäre Anforderungen, die für sich gesehen bereits mehr als möglich gefordert haben. Meine Frau war auch durch meine lange Abwesenheit im Februar und März überlastet und konnte all das Zusätzliche, was da auf uns einschlug, auch nicht alleine bewältigen. Meine Versuche ihr da jetzt möglichst viel abzunehmen endeten schließlich in einem Burn Out.
14. Juni 2013: Nichts geht mehr. Erst mal krank geschrieben ohne ein Ahnung zu haben, wie lange ich denn nun wieder ausfalle. Die Scham, es nicht geschafft zu haben. Mit den letzten inneren Kräften habe ich mir einige Aufgaben und Anforderungen gesucht, die ich bewältigen konnte und die verhindert haben, dass ich vollends abstürze. Morgens die Kinder in die Schule bringen. Meine OP-Nachsorge. Und eine weitere Aufgabe, meist Kleinigkeiten, die ansonsten im Vorbeigehen mit links gingen. Aber jetzt eine ungeheure Anstrengung darstellten.
Im Rückblick wäre es wohl auch ohne meine GaOP zu diesem Burn Out gekommen. Die letzten Jahre waren für mich eine einzige seelische Anstrengung. Das Bemühen alles möglich perfekt zu machen hat das auch nicht vereinfacht. Hinzu kamen dann akut schulische Schwierigkeiten mit den Kindern (die ich nicht ausführen will, vor allem weil sie mit meinem Trans-Sein nichts zu tun haben), die sich nicht einfach beheben ließen und sehr sehr viel Kraft kosteten. All das sind schon Pakete die für sich genommen schon reichen um zu einem Burn Out zu kommen. Meine OP-Nachsorge ist da eher das kleinere Paket gewesen, welches es zu stemmen galt. Aber es kam halt auch noch dazu, und ich wollte hier auch keine Abstriche machen, vor allem weil diese Anstrengungen im Laufe der Zeit ja immer weniger werden sollten.
Das dritte und vierte Quartal post OP
Durch die lange Krankschreibung stellte die weitere Nachsorge keine besondere Anstrengung mehr dar. Einmal täglich Nachsorge läßt sich prima in den Tagesablauf integrieren.
Eine besondere Herausforderung stellte der 5-wöchige Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik dar. Obwohl dort die Unterbringung in einem 2-Bett-Zimmer den Normalfall darstellt wurde mir aufgrund der medizinischen Indikation (!) ein Ein-Bett-Zimmer zugewiesen. Dadurch stellte die lückenlose weitere Nachsorge auch dort kein Problem mehr dar.
Im Dezember dann durfte ich erstmals im Zuge meines Brustaufbaus ein Doppelzimmer im Krankenhaus ausprobieren. Die Nachsorge habe ich da erstmals seit Februar für ein paar Tage unterbrochen. Fazit: Das stellte kein wirkliches Problem mehr dar. Allenfalls bei der ersten Nachsorge nach meiner Rückkehr nach Hause brauchte ich ein paar Minuten mehr Zeit.
Im Januar habe ich auch begonnen mit einem dickeren Dilator statisch "nachzudehnen". Nicht in der Tiefe, sondern alleine den doch sehr engen Eingang der Neovagina. Das Teil hat einen Durchmesser von 5 cm und ist so gerade noch einzuführen - anfangs durchaus mit größeren Schwierigkeiten. Der Erfolg nach wenigen Tagen war, dass der normale Dilator von Suporn jetzt praktisch einfach so "rein flutscht".
Nach einem Jahr ist es nicht so, dass die Nachsorge einfach komplett eingestellt werden kann. Es kann aber weiter reduziert werden. Ich selbst werde es wohl im Moment so halten, dass ich normalerweise bei der täglichen Nachsorge bleibe, aber wann immer ich es brauche oder bequem finde (Besuche bei Freunden etc.) ohne Stress ein oder mehrere Tage aussetze. Das gibt mir mehr Flexibilität als wenn ich bei einem festen Raster (beispielsweise alle 5 Tage oder Montags und Donnerstags oder so) bleibe. Bislang lässt sich das so hervorragend in meinen Lebensrhythmus integrieren.
Gesamtfazit
Ganz einfach. Wenn ich noch mal vor der Wahl stehen würde: Ich würde mich jederzeit wieder für die Operation bei Suporn entscheiden. Alles was ich davon erwartet habe hat sich für mich auch realisieren lassen. Eine Nach-OP ist nicht notwendig. Und rückblickend ist das entstandene Lebensgefühl ein ganz anderes. Die anatomische Veränderung entsprach von Anfang an dem eigenen inneren Bild. Mit dem Abklingen der postoperativen Folgen (Schmerzen, Schwellungen etc.) stellt das Ergebnis für mich eine Normalität dar, wie ich sie mir vorher kaum hatte vorstellen können.
Samstag, 25. Mai 2013
Eine OP ist nicht genug (2. Teil): Brustaufbau
Die SRS habe ich ja bereits erfolgreich hinter mir. Genauso wichtig ist mir jedoch auch ein Brustaufbau. Wer den Post "Die Bedeutung der GaOP für mich" gelesen hat, weiß auch warum.
Einen Brustaufbau kann man ohne Probleme in Deutschland durchführen lassen. Viele plastische Chirurgen haben auch recht viel Erfahrungen mit Transfrauen. Ins Ausland muss ich also nicht.
Auch rechtlich ist das Ganze seit dem BSG-Urteil im vergangenen September einfach: Wenn Körbchengröße A nicht erreicht wird ist der Brustaufbau bei Transfrauen praktisch eine Regelleistung geworden. Bei mir sind nach knapp 20 Monaten HRT vielleicht 5 oder 6 cm gewachsen, wenn überhaupt. Nötig für A wären 12 cm, das ist also eindeutig. Mal abgesehen davon, dass A mit Sicherheit optisch eher wenig hermachen würde.
Es bleibt also eher die Frage, wo ich das machen lasse und welche Fragen dabei zu beachten sind.
Zu den Fragen:
Es gibt runde und tropfenförmige Implantate. Die tropfenförmigen haben eine etwas bessere anatomische Form. Beiden Formen gemeinsam ist, dass die Brust zunächst einen "Halbe-Melonen-Effekt" aufweist, insbesondere, weil bei mir ja gar keine vorhandene Brust existiert. Das tropfenförmige Implantat nimmt dann wohl recht schnell ein natürliches Aussehen ein und hat nach oben auch einen schönen Brustansatz. Auch bei den runden Implantaten kommt es in der Regel nach einigen Monaten zu einem natürlichen Aussehen, wenn sich die Haut und das Gewebe auch entsprechend gedehnt hat.
Anatomische Implante verfügen immer, runde meist über eine rauhe Oberfläche. Hierdurch wird das Risiko von Kapselfibrosen vermindert. Die Gefahr bei den anatomsichen (=tropfenförmigen) Implantaten ist, dass diese sich verdrehen können - was dann sicher weniger schick aussieht.
Die Implantate sind in der Regel mit Silikon gefüllt. Früher konnte dieses bei einem Riss in der umgebenden Haut durchaus auslaufen, das kann heute nicht mehr passieren. Der Inhalt der Implantate ist fest, auch wenn es sich anders anfühlt.
Die nächste Frage ist die der Projektion. Damit ist gemeint, wie stark die Brust nach vorne heraussteht. Die Größe der Implantate bemisst sich in ml. Für eine bestimmte Brustgröße muss das Implantat einen gewissen Durchmesser haben. Es ist klar: Je größer der Durchmesser ist umso weniger Projektion hat das Implantat bei gleichem Volumen. Bei den anatomischen Implantaten kommt noch hinzu, dass es hier nicht durch einen Durchmesser gibt, sondern zwei. Es sind also 3 Größenparameter zu beachten (Höhe, Breite und Volumen).
Die Hersteller der Implantate fertigen hier vielfältige Varianten, so dass die Wahl der Implantate genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können.
Ich persönlich werde mich wohl für anatomische Implantate entscheiden. Da ja praktisch keine Brust vorhanden ist müssen die Implantate auch groß sein, eher die Obergrenze des chirurgisch machbaren. Das liegt da, wo ansonsten die Haut so stark gedehnt wird, dass die Verheilung des Schnitts nicht mehr gut gewährleistet ist, weil zu viel Zug auf dem Gewebe liegt.
Die Implantate können über oder unter dem Muskel platziert werden. Bei mir gibt es da eigentlich gar keine Frage: Es gibt nur wenig vorhandenes Gewebe über dem Muskel, so dass der obere Rand des Implantats ständig tastbar wäre. Es muss also unter den Brustmuskel.
Es gibt die Möglichkeit das Implantat über verschiedene Schnittführungen einzuführen. Am wenigsten sichtbar ist die Narbe in der Achselhöhle. Leider ist damit aber auch die Größe des Implantats beschränkt und die richtige Platzierung ist nicht so einfach. Weiterhin kann man am Warzenvorhof einen Schnitt setzen, das hat die größere Gefahr von Gefühlsstörungen der Brustwarze. Und schließlich der Schnitt in der Unterbrustfalte, der eine gute Platzierung auch großer Implantate ermöglicht. Das wird es wohl werden.
Es bleibt die Frage nach der erreichbaren Größe. Körbchengröße B sollte es schon mindestens sein, das ist aber nicht wirklich schwierig. Die Kosten sind bei allen Implantaten gleich. Mehr als C möchte ich auch nicht, dann wird es mit den Kleidergrößen schon wieder schwierig. Genau lässt sich die Größe nicht vorab ermitteln, lediglich abschätzen. Nach den Vorgesprächen wäre ich mit den Implantaten von gut 500ml wohl zwischen B und C, also voll im Wunschbereich.
Über Chirurgen, die geschlechtsangleichende Operationen durchführen, ist in der Szene sehr viel bekannt. Klar, die Komplikationshäufigkeit ist recht groß und die Ergebnisse optisch und funktional sehr unterschiedlich. Das ist bei einem Brustaufbau weniger spektakulär, daher kursieren auch weniger Informationen über die plastischen Chirurgen.
Ich habe einfach mal bei Facebook in einer Transgruppe nach entsprechenden Erfahrungen gefragt. Viel ist da leider nicht gekommen. Vorgeschlagen wurde Dr. Gruner in Oberhausen und Dr. Pasel in Hamburg. Beide haben mit TS Erfahrungen gemacht.
Am 06. Mai hatte ich das erste Vorgespräch bei Dr. Gruner in Oberhausen. Das Gespräch ist in einer sehr freundlichen Atmosphäre verlaufen. Zu den o.g. Möglichkeiten: Er implantiert nur Implantate mit rauher Oberfläche. Er empfiehlt runde Implantate, ist anatomischen aber nicht abgeneigt. Schnittführung in der Unterbrustfalte, angestrebte Implantatgröße 550ml. Der Vorteil hier ist, dass Oberhausen für mich sehr gut erreichbar ist, bei freier Strecke rund 90 min. Autofahrt. Die Wartezeit nach Kostenzusage beträgt drei bis vier Wochen, die brauche ich ohnehin mindestens für meine berufliche Planung. Mit 14 Tagen Ausfall sollte ich rechnen. Im Krankenhaus bleibe ich 2 Tage. Nachuntersuchungen nach 6 Wochen (solange muss einen sog. Stuttgarter Gürtel tragen), nach 3 Monaten und nach einem Jahr. Alles in allem scheint das eine gute Möglichkeit zu sein.
Das zweite Vorgespräch fand bei Dr. Pasel in Hamburg am 24. Mai statt. Auch dieses Gespräch verlief in einer sehr freundlichen Atmosphäre. Kurz vor dem Termin hatte ich noch mal auf die Website geschaut und keinen Hinweis auf eine Kassenzulassung gefunden. Da ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht und ich hatte Angst dass ich den weiten Weg nach Hamburg umsonst gefahren bin. Dem ist aber nicht so. Er hat wohl Belegbetten im Asklepios Klinikum Barmbek und im Marienkrankenhaus. Da ich stationär privat versichert bin hat er mir die Asklepios-Klinik empfohlen, da ist die Privatstation oben mit Dachgarten...Und im Marienkrankenhaus wird wohl nicht immer ganz so positiv auf TS reagiert.
Die Beratung war sehr ausführlich und hat alle in Frage kommenden Alternativen berücksichtigt. Er empfiehlt auch eine Schnittführung in der Unterbrustfalte, die ist am wenigsten auffällig und auch für größere Implantate geeignet. Größe der Implantate ebenfalls um 500ml - das ergibt dann Körbchengröße C und ist mehr als ausreichend.
Die Wartezeit ist hier rund zwei Monate, in Ferienzeiten auch deutlich mehr. Dr. Pasel macht rund 200 Brust-OPs pro Jahr - hat also viel Erfahrung, auch mit TS. Krankenhausaufenthalt 4-5 Tage, auch weil die Entfernung nach Hamburg so weit ist. Ich werde wohl nach 10 Tagen wieder arbeiten können, das käme mir ja sehr entgegen. Es gibt auch 2 Nachuntersuchungen. Nach der OP muss ich für 6 Wochen einen strammen Sport-BH bzw. einen Stuttgarter Gürtel tragen, also ähnlich wie bei Dr. Gruner. Und jedes Jahr sollte einmal das Implantat untersucht werden, auch das bietet er an (kann man aber auch woanders machen).
Dr. Pasel will das Implantat teilweise unter den Brustmuskel setzen, nämlich nur den oberen Teil. Damit wird vermieden, dass sich die Brust mit der Anspannung des Brustmuskels bewegt, aber das Aussehen ist trotzdem sehr natürlich. Er hat als Ziel seiner OPs auch genau das gesagt: Es soll ein möglichst natürliches Gesamtbild ergeben. Genau das, was ich auch will.
Nach den beiden Gesprächen werde ich wohl zu Dr. Pasel tendieren, auch wenn Dr. Gruner mit Sicherheit auch sehr kompetent ist. Allein die Zielvorstellung war bei ihm richtig gut und entspricht genau meinen Vorstellungen, bei Dr. Gruner war ich mir da weniger sicher. Aber das ist ein reines Bauchgefühl - objektiv mögen die beiden sicher gleichwertig sein. Der Aufwand mehrfach nach HH zu fahren ist natürlich größer, letztlich aber auch begrenzt.
Jetzt werde ich also meinen Antrag abschicken sobald ich die Indikation von Dr. Pasel bekomme. Und dann heißt es Daumen drücken...
Sonntag, 19. Mai 2013
Eine OP ist nicht genug (1. Teil): Planung einer FFS
Aber schon bevor ich nach Thailand gefahren bin habe ich über eine FFS nachgedacht. Im Alltag gibt es bei den alltäglichen Situation auf der Straße oder beim Einkaufen doch immer wieder Situationen, in denen das maskuline Gesicht auffällt und für blöde Bemerkungen, dümmliches Grinsen oder Getuschel sorgt. Die Lust, das aushalten zu müssen wird einfach immer weniger.
Nun war ich bei Suporn ja auch bei einem der dafür in Frage kommenden Chirurgen, dem ich ja nicht nur Fotos schicken konnte, sondern der mich auch live begutachten konnte.
Und da ich dachte ich sei nach meiner Rückkehr nach Deutschland auch nicht so mobil hatte ich bereits am 09. Januar einen Termin bei Bart van de Ven in Gent ausgemacht, der konnte mich also auch live sehen.
In Gent bekam ich die Empfehlung alles machen zu lassen. Full-FFS. Und zwar in zwei Schritten, wobei bei der zweiten OP ein Facelift gemacht wird und einige Stellen mit Eigenfett unterspritzt wird. Kosten der ersten OP 14.700€, bei der zweiten sind es 8.000€. Zusammen also 22.700€ - eine ganze Menge Geld. 5% lassen sich noch sparen, wenn man bereit Bilder von sich veröffentllichen zu lassen.
Die Ergebnisse, die auf der Website von Bart van de Ven zu sehen sind, finde ich nicht alle gelungen. Da ist zwar keiner entstellt (wenn sie das nicht schon vorher waren...), aber einen deutlichen Schritt von männlichen zu weiblichen Gesicht konnte ich auch nicht bei allen ausmachen. Manchmal wirkt es etwas androgyner, manchmal aber auch das nicht.
Dann war ich bei Suporn. Er hat mir forehead reduction und rhinoplasty empfohlen, jeweils mit ein paar Kleinigkeiten im OP-Gebiet (Lip-lift, Brow-Lift etc). Chin reduction Jaw reduction optional. Alles in allem ein Preis von über 1 Mio Baht, das sind zur Zeit über 28.000€. Facelift und Fettunterspritzungen sind da noch nicht mit dabei...
Die Beratung fand ich deutlich besser als in Gent. Ergebnisse, die ich gesehen habe, waren alle gut, aber nicht spektakulär.
Der Rest ging dann nur per Mail. In Chonburi haben wir eine Frau kennengelernt, die bei Dr. Cardenas in Mexiko (Guadaljara) war. Die sah richtig gut aus. Er bietet komplette Pakete an, die sehr günstig sind.
Ich habe Fotos hingeschickt, herauskam ebenfalls eine Full-FFS. Preis: 20.900 Dollar. Das sind ca. 16.000 €. Eine ganz andere Größenordnung wie bei Suporn, vor allem mit Facelift.
Allen drei Angeboten ist gemeinsam, dass hier der Augenbrauenknochen reduziert wird, in Gent wird auch ein Teil des Knochens entfernt und tiefer liegend wieder eingesetzt.
Das letzte Angebot habe ich von DiMaggio in Buenos Aires eingeholt. Auch hier habe ich einige in Thailand getroffen, die ebenfalls dort waren. Christine in Luxemburg kannte ich vorher schon. Die Ergebnisse sind allesamt hervorragend. Die Charakteristik des eigenen Gesichts bleibt im Grundsatz erhalten, es ist eine deutliche Feminisierung feststellbar. Auch DiMaggio hat mir eine Full-FFS empfohlen. Ganz deutlich hat er darauf hingewiesen, dass bei mir eine Reconstruktion der Stirn notwendig ist, damit der notwenige Effekt auch wirklich eintritt. Von vorne sieht man es nicht so, aber im Profil habe ich eine sehr stark fliehende Stirn - das ist in der Tat ein sehr maskulines Merkmal, genauso wie die viel zu große Nase.
Er hat mir auch 2 Varianten angeboten: Eine mit 2 OPs, bei der zweiten findet Face- und Neck lift statt. Das macht m.E. auch Sinn, weil bei den anderen Eingriffen doch starke Schwellungen entstehen. In einer zweiten OP kann dann das Endergebnis viel besser dosiert werden, ist aber mit zusätzlichen Reise- und Unterkunftskosten verbunden. In Gent fällt das nicht so ins Gewicht, aber Argentinien.... das ist schon aufwändiger!
Der Preis für die erste OP ist 21.000$, für die zweite 7.000$ (= 16.000€ bzw. 5.300€, zusammen rund 21.000€). Die Variante alles bei einem Aufenthalt zu machen liegt bei 28.500$=21.500€. Dafür muss man aber 23 Tage dort bleiben statt 16, es gibt auch dann zwei OPs.
Fazit: Das mit weitem Abstand günstigste Angebot ist das von Cardenas in Mexiko, vor allem ist dort die Unterkunft schon mit dabei.
Bart von de Ven und Dimaggio halten sich die Waage, auch wenn sich die Leistungen im Detail unterscheiden. Mit weitem Abstand am teuersten ist Suporn. Warum weiß ich nicht. Bei ihm ist es nur ein OP-Tag, selbst wenn der dann besonders lang ist. Aber der 2 1/2-fache Preis einer SRS - ich weiß nicht. Und der Experte für FFS ist er ja nicht unbedingt, das bietet er ja nur so nebenbei an.
Eine Entscheidung habe ich noch nicht getroffen, noch nicht einmal, ob ich überhaupt irgendwas machen lasse. Einen Antrag bei der KK werde ich auf jeden Fall für die OPs bei Bart van de Ven stellen, auch wenn die Chancen da was durch zu bekommen eher gegen Null tendieren. Würden die aber etwas zusagen hätte ich mit meiner Zusatzversicherung wieder ganz gute Karten für einen Zuschuss, auch wenn es nicht Gent würde. Aber man weiß ja nie...
Und jetzt noch mal alles in der Übersicht:
| Procedur | van de Ven | Suporn | Cardenas | DiMaggio |
|---|---|---|---|---|
| Forehead contouring | x | x | x | x |
| Brow lift | x | x | x | |
| Cheek implants | x | |||
| Upper and lower blepharoplasty | x (lower) | x (upper) | x | |
| Feminizing rhinoplasty | x | x | x | x |
| Upper lip lift | x | x | x | x |
| Jaw feminization | x | x | x | x |
| Chin narrowing | x | x | x | x |
| Face lift | x (lower) | x (lower) | x | |
| Neck lift | x | |||
| Fat infusion | x | x | ||
| Adam’s apple reduction | x | x | x | x |
| Transfers | x | x | x | |
| Krankenhaus | x | x | x | x |
| Unterkunft | x | |||
| Gesamtpreis | 22.700,00 € | 28.000,00 € | 16.000,00 € | 21.000,00 € |
Sonntag, 12. Mai 2013
3 Monate postOP: Was weiter passiert ist
Zum einen sind die ganzen Nekrosen inzwischen restlos verschwunden. Zuerst haben sich die großflächigen gelöst, zum Schluss auch noch die kleineren Versteckten. Ich habe heute Fotos von Thailand sortiert, da gab es auch eins von der Abschlussuntersuchung. Wahnsinn, der Unterschied. Und selbst da war ja schon ganz viel durch den Revisionseingriff entfernt worden.
Die Fäden, die mich vor Monatsfrist noch gepiesackt haben beginnen nun sich aufzulösen. .Die meisten Knoten und Enden sind schon abgefallen. Ich habe das gar nicht bewußt wahrgenommen. Anders als die schwarzen Fäden, die man in kleinen Teilen in der Binde findet, fallen die nylonartigen Fäden (sieht nur so aus) nicht auf. Aber da ist schon ganz viel weg. Denen weine ich nicht nach. Im Moment gibt es jetzt noch kurze Stummel direkt auf der Haut, ich denke die werden in den nächsten Tagen auch noch verschwinden.
Schmerzen habe ich nach wie vor überschaubar viel. Es gibt aber weiterhin ein ungemütliches Gefühl. Dazu trägt sicher auch der ständige Gebrauch von Binden bei, dazu habe ich ja kürzlich was geschrieben. Es ist halt noch lange nicht normal...
Zum Dilaten habe ich ja schon eine ganze Menge geschrieben. Hier scheint es so zu sein, dass mir das wirklich sehr wenig schwer fällt. Oder ich bin in der Lage mich mehr zu quälen als andere das sind - ich will das nicht ausschließen. Meine "difficult period", in der das Dilaten am Schwersten fällt, hat sich bei mir auf eine einzige Woche beschränkt. Ich brauchte in dieser Zeit statt der üblichen 30 Minuten nunmehr 35 - eine überaus übersichtliche Steigerung. Dann wurde es schnell wieder einfacher. Vor 14 Tagen habe ich regelmäßig weniger als 25 Minuten gebraucht, auch wenn die Zeit nach dem letzten dilaten mal deutlich länger als 8 Stunden war. Ich habe dann den Entschluss gefasst ab Mai nun noch zwei mal täglich zu dilaten. Denn irgendwie ist das schon anstrengend und belastet ja auch.
Von anderen weiß ich, dass das sehr unterschiedlich ist. Manchen geht es wie mir, andere brauchen viel mehr Zeit. Und wiederum andere können auch nach vielen Monaten gar nicht von Anfang an mit dem dicken Dilator dehnen, sondern benötigen erst noch einen mit kleinerem Durchmesser.
Inzwischen pendelt sich das wieder so um die 35 Minuten ein, wenn der zeitliche Abstand bis zu 15 Stunden beträgt, ansonsten komme ich weiterhin mit einer halben Stunde aus. Der Vorteil jetzt ist, dass ich abends noch in Ruhe was unternehmen kann. Das ist ein Nachteil, wenn ich nachmittags etwas vor habe, denn dann kann es auch deutlich mehr als 12 Stunden werden.
Solange es keine Anhaltspunkte für schwindende Tiefe gibt habe ich erst mal etwas mehr Zeit am Tag für mich. Z.B. um hier im Blog zu schreiben.
Apropos schwindende Tiefe. Direkt nach der GaOP hatte ich eine gemessene Tiefe von 18cm. Bei geradezu exorbitanten Schwellungen. Die 18 habe ich jetzt auch, aber mit dem großen Dilator. Gestern habe ich mal nachgemessen: Mit dem mittleren sind es knapp 19cm. Und das bei deutlich weniger Schwellungen. Also habe ich in den vergangenen Monaten sogar noch ein wenig an Tiefe gewonnen. Ausreichend ist das allemal.
Darf dilaten auch Spaß machen? Ich habe das eigentlich ganz gut so in meinen Tagesablauf eingeplant, dass es mir durchaus Spaß macht, wobei mit Spaß nicht sexuelle Erregung gemeint ist. Sondern einfach Zeit für sich um sich zurückzuziehen... Andere waren entsetzt als sie das hörten, weil es für sie eher eine Belastung darstellt. Das ist individuell doch sehr verschieden.
Apropos sexuelle Erregung. Die habe ich jetzt ein paar mal beim dilaten auch gehabt. Nicht bewußt herbeigeführt, ich darf ja noch nicht (jetzt, nach drei Monaten, schon, aber vorsichtig). Aber es kam einfach. Und es war ein Gefühl - wenn ich es gewollte hätte wäre ich auch zu einem Orgasmus gekommen. Ich habe mich dann aber bewußt wieder zurückgenommen, ich hätte dafür einfach noch härter "umrühren" müssen. Später habe ich dann mal ein wenig gespielt - Gefühl ist also auf jeden Fall vorhanden. Ich freue mich wenn das noch weiter verheilt ist. Die wirklich empfindlichen Stellen, in doppelten Sinn, werden doch noch recht schnell wund oder sind es noch ständig. Allzuviel reiben möchte ich da nicht. Es steigert aber die Vorfreude...
Es stellen sich aber auch weniger schöne Dinge ein, zu finden im Post-OP-Care unter "Komplikationen". Am eigentlichen Scheideneingang bilden sich nun doch einige Granulationen und mit ihnen auch kleine wunde Stellen, aus denen es vor allem nach dem Dilaten geringfügig blutet. Kein Wunder, die Stelle ist durch das Dilaten ja besonders beansprucht. Auch das ist ein Argument für den vorzeitigen Wechsel zum Wechsel auf zweimal täglich. Lt. Anleitung (Post-OP-Care) heilen die meisten Granulation von selbst in längstens 6 Monaten. Also gilt es auch hier abzuwarten und es besteht erst mal kein Grund zur Sorge.
Mit dem Heilungserfolg kann ich also mehr als zufrieden sein. Und das bin ich auch.
Mittwoch, 8. Mai 2013
Ein Wort zu Einmal-Unterlagen, Gleitgel, Binden...
Da waren zunächst einmal die Einmal-Unterlagen. In Thailand wird man erst mal von der Supornclinic eingedeckt, ein oder zwei Pakete kann man da im Supermarkt problemlos nachkaufen. Hier in Deutschland ist das aber kein Allerweltsartikel. In der Drogerie gibt es nur Wickelunterlagen, die Supermärkte führen das in der Regel gar nicht. Apotheke? Wahnsinnig teuer. Sanitätshäuser? Auch nicht viel billiger. Bleibt das Internet. Das sind dann Riesenpakete...
Ich bin recht schnell auf alte Handtücher umgestiegen. Da hatten wir noch eine ganze Menge ungenutzt im Schrank liegen. Und jetzt weiß ich auch wofür.
Viel Geld lässt sich damit wahrscheinlich nicht sparen, denn die Handtücher müssen ja auch gewaschen werden. Aber zumindest ist es praktischer und die Mülltonne ist auch nicht überfüllt. Wir waren ja froh dass letztes Jahr endlich das letzte Kind trocken geworden ist und keine Windeln mehr brauchte....
Der nächste Kostenpunkt: Gleitgel. Ich war ja völlig ahnungslos was die Preise dafür angeht! Von den von Dr. Suporn empfohlenen Gleitgels kostet eine Tube bei uns regulär 9,95€. Für 50g! Das reicht für 4-5 mal Dilating, wenn man sehr sparsam ist, vielleicht für 6 mal. Also bestenfalls 1,50 für jedes mal Dilaten, das macht ja schon keinen Spaß mehr wenn man das hier aufschreibt. Man kann das ja mal ausrechnen: 2 Monate 3 mal täglich dilaten = 60mal (In Thailand gibt's das ja von der Clinic). 3 Monate á 2 mal täglich rund 90 mal. Und ein weiteres halbes Jahr sind noch mal 180 Sessions. Macht zusammen 330 mal und damit sind 445,-€ futsch. Das Geld wollte ich wahrlich nicht ausgeben.
Also: Mit der Empfehlung von Dr. Suporn wird man arm (wenn man es nach der Thailand-Reise nicht schon ist). Ich habe dann ein Billig-Gleitgel von dm ausprobiert. Das kostet etwa ein Viertel. Nennt sich chaps Gel und hat bei Öko-Test mit sehr gut abgeschnitten. Es ist sehr viel flüssiger als das Gleitgel von Dr. Suporn. benetzt aber gut. Es fühlt sich anfangs auch etwas anders an.
Zuletzt bin ich auf Aqua-Glide gestoßen. Das ist ein medizinisches Gleitgel, ebenfalls von Öko-Test mit sehr gut bewertet. Ich habe in Internet für einen Liter 24,50€ für einen Liter bezahlt. Es ist ähnlich flüssig wie das von dm. Die Literflasche hat einen praktischen Spender zum Drücken - eigentlich gar nicht schlecht. Allerdings war am Anfang das Gel etwas grisselig, das fand ich weniger gut. Auch hat es den Dilator nicht so gut benetzt. Die zweite Flasche, die ich gleich mitbestellt hatte habe ich daraufhin unbenutzt wieder zurückgeschickt, die angebrochene habe ich aber erst mal weiter benutzt. Der Grissel ist dann nach ein paar Tagen verschwunden, die Benetzung ist besser geworden, aber nicht so gut wie bei den beiden anderen.
Vielleicht war die Charge fehlerhaft - ich weiß es nicht.
Wenn die Flasche leer ist werde ich wohl wieder zum dm-Produkt zurückkehren. Das kostet zwar das Doppelte, aber ich muss ja jetzt auch nicht mehr so häufig dilaten.
Alle Produkte halten bei mir eine komplette Dilating-Session durch, wobei ich nie über 35 min. brauche. Bei dem Suporn-Gel (von dem ich noch einige Tuben mitgebracht hatte) habe ich noch am ehesten den Eindruck, dass es am Ende etwas trocken wird in der Scheide. Spätestens nach einer halben Stunde sollte man also nachschmieren. Bei den beiden anderen ist das nicht so, wer aber deutlich länger braucht sollte es aber gut beobachten. Umrühren ohne Schmierung ist bestimmt nicht so gut - auch nicht nach Monaten.
Der letzte Verbrauchsartikel sind Damenbinden. Die sind nicht wirklich ein großer Kostenfaktor. Es ist jetzt so, dass ich seit beinahe 3 Monaten ohne Unterbrechung solche Binden trage. Bio-Frauen haben es da besser: Nach sieben Tagen ist die Regel in der Regel vorbei :)! Dafür haben die größere Matscherei...
Ich habe, ähnlich wie die anderen Patientinnen von Suporn, unverändert einen hohen Ausfluss. Der ist fast klar und sehr wässrig. Er kommt eindeutig aus der Vagina (der größte Anteil), etwas auch von der Klitoris. Ohne Binden geht es nicht.
Durch das ständige Tragen habe ich richtig wunde Stellen bekommen. Teilweise auf den Schamlippen, aber auch am Beinansatz bis ganz nach hinten, wo die Binden enden. In Thailand hatte ich da gar keine Probleme, in den ersten Wochen hier auch nicht. Aber so auf Dauer...
Meine Lösung im Moment ist: Ich nutze verschiedene Formen und Marken im Wechsel. Von dm die normalen Ultrabinden, ebenfalls von dm die dicken Normalbinden, Von always die Ultra-Nachtbinden und die nicht ganz so langen Ultra-Binden. So im Wechsel geht das besser. Die Binden von always habe ich übrigens mit Flügeln gekauft, das ist gar nicht mal so schlecht. Ansonsten passiert es häufiger vor allem beim vielen Sitzen, dass die Binde in die Popo-Ritze rutscht - eher unangenehm. Vor allem läuft es dann auch schon mal in die Unterhose oder nachts ins Bett.
Wie lange ich die Binden noch brauche? Keine Ahnung. Die eine Freundin sagte mir nur "Das dauert lange", die andere hat nach nunmehr 8 Monaten postOP immer noch Ausfluss, wenn auch nicht mehr so stark. Das Thema wird mich also weiter beschäftigen... und ein paar andere Sorten werde ich bestimmt auch noch ausprobieren.
Anregungen und Erfahrungen sind jederzeit willkommen.
Samstag, 6. April 2013
Die Bedeutung der GaOP für mich
Mittwoch, 3. April 2013
Back to work
Urlaub vor dem Abflug und die Osterfeiertage mitgerechtet habe ich am Osterdienstag nach knapp 8 Wochen wieder meine Arbeit aufgenommen. Das ist die mit weitem Abstand längste Zeit, die ich je arbeitsunfähig gewesen bin.
Nicht nur eine meiner Mitarbeiterinnen sagte mir, dass ich erstaunlicherweise erholt aussähe, damit hätten sie gar nicht gerechnet. Ich habe es anderer Stelle auch schon geschrieben: Damit hätte ich auch nicht gerechnet. Aber es ist tatsächlich so. Bei allen Einschränkungen, die als Folge der GaOP erst mal zu verkraften sind, habe ich mich wirklich erholt. Noch vor einem halben Jahr habe ich mit meinem Therapeuten darüber gesprochen, dass es sicher sinnvoll wäre, im Rahmen einer Kur oder medizinischen Maßnahme einfach mal aus allem raus zu sein. Und ich habe die Notwendigkeit auch gesehen, mich aber vor einer weiteren geplanten Fehlzeit gedrückt. In Gedanken kam das auch im Jahr 2013 nicht vor. Nun hatte ich in den 4 ½ Wochen in Thailand all das: Raus aus der Arbeit und auch raus aus den Verpflichtungen der Familie. Natürlich gab es in Thailand keine Anwendungen, wie sie in einer Kur durchgeführt würden. Obwohl, wenn ich da in der zweiten Hälfte so an meine Fussmassagen denke…
Die GaOP hatte mich vor allem körperlich beeinträchtigt. Die OP selbst mit der doch langen Narkose, die hohe Medikation mit Schmerzmitteln, die 5 Tage strenge Bettruhe, 2 weitere Tage mit wenig Aufstehen, all das wirft einen körperlich erst mal ziemlich zurück. Ich habe es aber geschafft (und das wird wohl auch aus den Postings der Krankenhauswoche deutlich), mich mental sehr gut zu fühlen. Die gesamte Situation habe ich Stunde für Stunde genossen, so schräg sich das auch anhört. Ich denke, dass hat einen wesentlichen Einfluss darauf, dass ich nunmehr tatsächlich umfassend erholt bin. Und auch die körperliche Heilung verlief dann dementsprechend schnell.
In die Arbeit selbst bin ich schnell wieder rein gekommen. Es gibt ja nicht wirklich umfassend Neues hier. Die Arbeit mache ich seit nunmehr knapp 13 Jahren – da holen einen 8 Wochen Abwesenheit nicht wirklich raus. Aber ich freue mich Stück für Stück wieder die grundsätzlichen Dinge aufzunehmen, die jetzt erst mal geruht haben.
Merken tue ich die Belastung schon. Mit Fahrzeit bin ich knapp 11 Stunden unterwegs. Die Arbeitstage sind sehr lang, ich bin um 4:30 aufgestanden und gegen 21:30 Uhr wieder ins Bett gegangen. Und viel Lücke für mich ist da nicht mehr. Morgens und mittags jeweils dilaten, das dauert jetzt auch mit allem drum und dran eine knappe Stunde. Es bleibt morgens eine halbe Stunde fürs Frühstück mit Zeitung, abends 1 ½ Stunden für Familie und sonstige Kontaktpflege. Das war’s. Und das wird sich in den nächsten 5 Monaten auch nicht grundlegend ändern. Ab nächste Woche kommen noch die Kinder dazu, die wieder in die Schule und den Kindergarten gehen, dann werde ich wohl noch eine halbe Stunde eher aufstehen müssen. Ich hoffe nur, dass ich mir viel von meiner Ausgeglichenheit und Erholung über diese Zeit erhalten kann. So schnell wird es 4 ½ Wochen Thailand nicht mehr geben… Und auf eine Kur habe ich nicht wirklich Lust.
Mittwoch, 27. März 2013
6 Wochen post OP: Eine kleine Zwischenbilanz
Das Einleben zu Hause ging, wie schon geschrieben, sehr schnell. Es mag sein, dass die besonderen Umstände meiner Rückkehr hier förderlich waren (fehlender Jet-Lag), wahrscheinlich ist es aber so wie bei jedem längeren Urlaub: Der Alltag hat einen schnell wieder. Ich komme ja nirgendwo fremd hin, ich bin hier seit über 15 Jahren zu Hause. So richtig Alltag ist natürlich auch noch nicht: Ich bin noch bis Gründonnerstag krank geschrieben und werde am Osterdienstag wieder arbeiten gehen. Dann sind noch eine Woche Ferien (da brauche ich die Kinder nirgendwo hinzubringen), und erst dann beginnt der wirkliche Alltag mit seinen ganz normalen Anforderungen.
Medizinisch gibt es nur wenig zu berichten. Die Heilung schreitet jeden Tag ein wenig weiter vorran, das merke ich z.B. daran, dass das Wundsekret weniger geworden ist. Es ist aber keineswegs verschwunden, genauso wie die wunden Stellen oder die oberflächlichen Nekrosen. Über das Wochenende gab es eine Phase, in der die Schmerzen ein wenig mehr wurden. Aus den gelegentlichen "Nadelstichen" wurde dann ein kontinuierlicher leicht brennender Schmerz, nicht besonders stark. Normalerweise könnte das ein Anzeichen für eine Entzündung sein. Beim Wasserlassen gab es aber keine Veränderung, insbesondere wurde es nicht schlimmer, so das ein Harnwegsinfekt (der durchaus vorkommen kann) erst mal ausschied. Inzwischen ist es auch wieder ganz normal und schmerzfrei.
Zeitweise kann ich jetzt auch ohne Sitzkissen ganz gut sitzen, je nach Untergrund. Beim Autofahren ist es ohne Kissen auf längeren Strecken sogar etwas angenehmer, weil ich durch die Ruckelei und das Bewegen immer in das "Sitzloch" rutsche, was einen unangenehmen Zug auf das Gewebe ausübt. In ein oder zwei Wochen werde ich mein liebgewonnenes "Pillow" dann vielleicht nur noch auf wirklich harten Untergründen brauchen - und dann wahrscheinlich nicht mehr immer dabei haben!
Das Dilaten macht mir im Moment überhaupt nichts aus. Es ist zwar manchmal lästig in der Mittagszeit immer wieder nach Hause zu müssen. Andere Aktionen gehen auch gar nicht: Der geplante Besuch mit unseren Kindern im Mathematikum in Gießen am kommenden Samstag fällt aus, weil wir dann den ganzen Tag unterwegs wären. Dilaten müsste zwangsläufig einmal ausfallen, das möchte ich im Moment nicht.
Inzwischen dilate ich nur noch mit der Größe L. Das Einführen ist zwar etwas schwieriger als mit Größe M und beim Überwinden des Abdominalmuskels auch etwas schmerzhaft und unangenehm. Es dauert aber nicht länger als erst mit M auf die volle Tiefe zu dehnen und anschließend das "Full Qualified Dilating" mit der Größe L durchzuführen. Die volle Tiefe erreiche ich nach 5 bis 10 Minuten. Dabei ist es fast egal, ob das letzte Dilating sechs oder auch mal neun Stunden her ist. Das finde ich gut, weil es mir ein wenig mehr Flexibilität gibt, vor allem wenn ich nächste Woche auch wieder anfange zu arbeiten. Sollte das so bleiben (die stärksten Narben-Kontrakturen kommen ja erst im zweiten und dritten Monat) entlastet das etwas meinen Tagesrhythmus ab Mitte Mai, wenn ich nur noch zwei mal täglich dilaten muss. Das wäre mir natürlich sehr recht. Es kann aber auch anders kommen und bei anderen Patientinnen ist das auch anders, da macht sich jede Stunde bemerkbar und für das Erreichen der vollen Tiefen brauchen sie auch mehr Zeit.
Das "Umrühren" fühlt sich übrigens gegen Ende des Dilatens richtig schön "weich" an. Die Tiefe (mit Dilator L) ist unverändert bei 17cm, inzwischen vielleicht sogar ein wenig mehr. Ausreichend ist es auf jeden Fall.
Es gibt für mich aber auch ganz andere sehr erfreuliche Entwicklungen, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Ich hatte erwartet, dass mich das ständige Dilaten ziemlich in Anspruch nehmen würde und eher eine Belastung ist. Tatsächlich geht es mir sehr leicht von der Hand. Im Moment fühle ich mich gar nicht belastet, im Gegenteil, es geht mir besser und ich bin ausgeglichener wie in den ganzen vergangenen Jahren. Noch Anfang des Jahres habe ich damit gerechnet, dass ich, wenn ich die ganze Nachsorge hinter mir habe, sicher irgendwann einmal in Kur fahren muss, um mich von dem ganzen Stress zu befreien. Es gab ja keine Nacht, in der ich mal durchgeschlafen hätte, zeitweise war ich dann auch richtig angespannt und kratzbürstig. Von Anspannung gibt es im Moment keine Spur. Und ich schlafe jede Nacht durch - das ist ja so erholsam! Ich weiß, dass es auch wieder andere Zeiten geben kann (und wohl auch geben wird).
Im Moment genieße ich es aber einfach so wie es ist. Und es ist gut so!




