Donnerstag, 28. Februar 2013

Korrektur-Operation in der Supornclinic

Wie ich in den vorherigen Postings bereits geschrieben habe, gab es an einigen Stellen der kleinen Schamplippen oberflächliche Nekrosen, die noch abgetragen werden mussten. Außerdem war bei einer kleinen Schamlippe die Verbindung zur Vagina nicht wirklich gut, so dass die immer ein wenig nach unten hing. Das sah dann auch weniger schön aus.

Solche kleinen notwendigen Korrekturen werden nicht mehr im Aikchol-Hospital druchgeführt, sondern direkt in der Supornclinic. Dr. Suporn hat dort einen richtigen Operationssaal, der für kleinere Eingriffe geeignet ist.
Zunächst wurde in einem Untersuchungszimmer oberflächlich Emla-Salbe aufgetragen. Nach einer guten halben Stunde ging es dann in den OP-Saal. Die Emla-Salbe dient eigentlich nur dazu, dass die Spritzen für die örtliche Betäubung nicht so weh tun - es wird wirklich an alles gedacht.
Während der OP saß eine der Assistentinnen an meinem Kopf und hat mir leicht die Schulter gehalten. Mir ging es richtig gut und wir haben uns nett unterhalten während unten bei mir rumgeschnippelt wurde. Sie hat mich gefragt, ob ich Angst hätte: Kein Stück. Ich habe geantwortet, dass ich weiß dass ich hier in den allerbesten Händen wäre und ich würde mich freuen, dass es nach der OP wieder ein bischen schöner aussieht. Und dann darf es ruhig auch mal ein wenig pieksen!

Ansonsten ist für heute wieder ein wenig Ruhe angesagt. Eher mal wieder ein bischen zwischendurch im Bett liegen und vor allem nicht so viel laufen. Das reizt halt die Wunde wieder, weil sie durch die Bewegung nicht so gut verheilen kann. Das habe und werde ich beherzigen - und daher geht es gleich ins Bett.
Die NachOP war genauso unkomplizert wie die ganz große OP. Und ich fühle mich einfach gut dabei. Ich kann mich fallen lassen und relaxen - auch in solchen Momenten. Völlig verückt. Wer mich persönlich kennt weiß, dass das sonst bei mir nicht wirklich häufig ist. :-)
Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie schön das ist!

Trip to Pattya

Die Supornclinic bietet in der Regel einmal wöchentlich einen Ausflug für ihre Patientinnen an. Es geht im Wechsel nach Pattaya und und das Beach House von Dr. Suporn.
Gestern bin ich mit nach Pattya gefahren. Es gibt ein übersichtliches Programm, welches auch für die geeignet ist, die noch nicht so ganz fit auf den Beinen sind. Um 9:30 Uhr ging es im Hotel los, die Fahrt nach Pattaya (rund 60km) dauert eine gute Stunde. Zunächst stand ein Besuch bei der World Gems Jewelry Shop auf dem Programm. Für alle, die mit geschliffenen Edelsteinen und edlem Schmuck etwas anfangen können sicher ein Paradies - ich steh da allerdings weniger drauf. Es gab aber auch richtige Kunstwerke. Leider waren Fotos dort verboten - sonst hätte ich hier sicher eins eingestellt. Das gewaltigste war ein ca. 1 m hoher toll gestalter Drachen aus Silber, dessen Oberfläche mit kleinen geschliffenen Edelsteinen komplett besetzt war. Kostenpunkt: 5.800.000 Baht. Es gibt von dem Teil nur 10 Stück, aktuell wurde Nummer 6 verkauft. Wer also Interesse hat - der Umrechnungskurs liegt aktuell bei 1:39, also ist man mit rund 150.000 EUR dabei....
In dem dazugehörigen Shop kann man jedweden Schmuck mit allen möglichen Edelsteinen in allen Preislagen kaufen.  Gefühlt würde ich sagen, ein Bruchteil des Preises als vergleichbarer Schmuck in der Heimat. Man muss das halt mögen, dann ist die Auswahl wirklich überwältigend. Und das nötige Kleingeld mitbringen!

Anschließend sind wir noch ein wenig in einen Souvenir-Laden gegangen, weil doch die ein oder andere noch ein paar Andenken mitnehmen wollte. Da Chonburi ja keine Touristen hat gibt es solche Läden hier auch nicht so.

Impressionen aus der Thai-Show
Das Mittagessen gab es in dem Nongnooch Tropical Garden. Ein wirklich leckeres Buffet mit reichhaltigem Thailändischen Essen - das ist ohnehin richtig köstlich. Das Restaurant liegt am Rande eines schönen Parks, der wirklich nett gestaltet ist. Von mir aus wäre die Gartenlandschaft dieses Parks das liebste nächste Ziel gewesen. Dort gibt es viele Orchideen und Palmengärten - bestimmt wunderschön. Aber für einige, die nicht so beweglich sind, halt weniger geeignet. Auf dem weiteren Programm standen dann zwei doch sehr touristisch aufgemachte Attraktionen. Die erste ist eine thailändische Show, in der Tänze aus den verschiedenen Regionen Thailands aufgeführt wurden. Aber auch so etwas wie Thai-Boxen (sehr künstlich dargestellt...). Mir hat persönlich am besten eine Percussion-Group gefallen. Eine große Gruppe mit den unterschiedlichsten Trommeln, die perfekt aufeinander abgestimmt ein Stück aufgeführt haben. Very nice!!!
Elefant beim Dart-Werfen - wer das mag...
Und dann ging es nahtlos weiter zur Elefanten-Show. Ich hatte ja keine Ahnung, was da auf uns zukommt. Wer mag kann sich auf einem Elefanten fotografieren lassen - für frisch Operierte weniger empfehlenswert. Dann haben die Elefanten alle möglichen Kunstücke aufgeführt. Von Fußball über Kegeln, Dart-Spielen bis hin zum Dreirad-Fahren. Wer auf sowas steht: Vielleicht ganz nett. Ich persönlich brauche das nicht. Mir tat es leid, dass hier Tiere den ganzen Tag für Horden von Touristen im Stundentakt irgendwelchen Blödsinn machen müssen.
Das gleiche gilt für einige an einer kurzen Kette angeketteten Tiger - wer mag kann hier auch ein Foto von sich und Tiger aus nächster Nähe haben...
Nach einem kurzen Besuch in einem kleinen Tiergehege ging es dann mit dem Bus zurück nach Chonburi.
Es war schön, einmal einen Tag etwas anderes zu machen als nur im Hotel zu sein oder hier in der Umgebung sich ein wenig die Zeit zu vertreiben. Insofern eine sehr schöne Abwechslung, vor allem wenn wir frisch operierten nur wenig Möglichkeiten haben, wirklich längere Strecken zu Fuß zu gehen.
Wäre ich hier im Urlaub: Ich denke diese Attraktionen hätte ich mir gespart. Da wäre mir ein Ausflug raus aus der touristischen Umgebung auf Land viel lieber gewesen - aber das ist auch persönliche Geschmackssache.
Von Pattaya und dem dortigen Touristenrummel haben wir nichts mitbekommen - vielleicht auch gut so (für mich).

Es gab auch richtig schöne Begegnungen: Ich habe auf dem Ausflug eine total nette Spanierin kennengelernt - wir haben viele Gemeinsamkeiten bei uns entdeckt. Trotz der englischen Sprachbarriere auf beiden Seiten. Das haben wir dann am Abend auch gleich fortgesetzt....Das ist nach wie vor das was mir hier am meisten Freude macht: Mich mit Frauen aus aller Welt zu unterhalten. Und der Ausflug ist da ein willkommener Anlaß. Für nächste Woche habe ich auch schon gebucht: Es geht dann ins Beach-House. Und das ist wieder mit mehr Relaxing...

Dienstag, 26. Februar 2013

Zweite Nachuntersuchung bei Dr. Suporn

Ich komme gerade aus der Supornclinic vom zweiten Nachuntersuchungstermin. Medizinisch ist alles weiterhin beim Alten.
Aber von jetzt an soll ich die Dilation verändern: Bisher war das rein statisch - d.h. der Dilator wird gerade in die Vagina eingeführt (dauert bei mir ca. 6-8 min. bis 18cm Tiefe) und dann dort mit leichtem Druck festgehalten. Man kann in der Zeit machen was man will, eine Hand ist halt belegt durch das Festhalten des Plastikbandes, mit dem der Dilator in die Vagina gedrückt wird. Letzt habe ich in der Zeit telefoniert - eigentlich eine ganz lustige Vorstellung, oder?
Der herausgerissene Boden vor meinem Hotelzimmer...
Ab jetzt soll ich die sogenannte "Dynamic dilation" anwenden. Die funktioniert im Moment so, dass der Dilator wie oben beschrieben eingeführt wird, dann aber nicht starr fixiert wird, sondern in kleinen kreisenden Bewegungen bewegt wid (wie "umrühren"). Das Ganze dann 15 min. mit der Größe M. Anschließend darf ich ab jetzt auch die Größe L benutzen. Die hat statt 32 nun 34 mm Durchmesser, d.h. die Vagina wird im Umfang um 6,3 mm mehr gedehnt. Wenn man das Teil sieht - das ist schon gewaltig. Hier kommt es im Moment aber (noch) nicht darauf an, die volle Tiefe zu erreichen. Und es wird auch nur 5-10 min. "umgerührt".

Also: Irgendwas nebenbei machen wird dann irgendwann recht anstrengend, weil ja alles mit üppig Gleitcreme versorgt werden muss, das matscht alles voll, inkl. beider Hände... Da wäre vielleicht ein abwaschbares Outdoor-Handy eine gute Idee :-), wenn man unbedingt noch telefonieren will!

Der neue Boden wird vor meinem
Hotelzimmer verlegt!
Ach ja, ab Donnerstag gibt es das Ganze dann auch 3 mal täglich - die Anforderungen an mein Tagespogramm steigen also an!

Am Donnerstag werden in einem weiteren Termin außerdem die Nekrosen abgetragen und die linke Schamlippe korrigiert - das sieht im Moment wirklich nicht gut aus. Das wird unter örtlicher Betäubung in der Supornclinic gemacht und ist wahrscheinlich recht schnell erledigt. Wird jedenfalls ganz gelassen von Dr. Suporn so gesagt (Ich denke, der wird es auch wissen...)

Und zum Schluss noch ein paar Jokes am Rande. Heute nach dem Frühstück (gegen 10) war schon der Zimmerservice da, die kommen sonst immer erst am frühen Nachmittag. Gegen halb 11 bin ich dann in die Supornclinic gegangen, um Mirim mit Ihrer Haartransplantation zu besuchen. Vor meiner Zimmertür fand ich eine Baustelle vor: Der gesamte Boden war abgerissen und gerade wird ein neuer Teppich verlegt. Das machen die hier mal eben an einem Tag im laufenden Betrieb...
Damit habt Ihr auch wieder ein paar Bilder...

Morgen geht es einen Tag nach Pattaya - ich werde davon berichten!

14. Tag nach der OP: Einfach Zeit haben

Inzwischen machen sich doch einige Menschen sorgen, die hier regelmäßig mitlesen, weil ich jetzt 3 Tage nichts von mir habe hören lassen.
Zur Beruhigung: Mir geht es weiterhin gut / besser. Die Nekrosen an der linken kleinen Schamlippe sind immer noch da - heute nachmittag ist wieder eine Nachuntersuchung von Dr. Suporn, da werde ich mehr erfahren. Die werden auf jeden Fall noch abgetragen solange ich hier bin. Leider ist die "kleine" Schamlippe auch ziemlich geschwollen, so dass sie die "großen" bei weitem in den Schatten stellen. Das sieht im Moment leider weniger ästhetisch aus. Die Assistentinnen sind da aber ganz gelassen... so sollte ich auch ein wenig Geduld mitbringen. Die OP ist schließlich erst 2 Wochen her und ich bin erst seit einer Woche wieder im Hotel - es scheint eine Ewigkeit!

Das ist etwas was ich hier unendlich genieße - einfach Zeit haben. Morgens und abends die Dilation - das ist gut zu verkraften. Ein ausgiebiges Frühstück - das reicht bei mir dann für den ganzen Tag, d.h. es bleibt meine einzige Mahlzeit. Wenn wir Lust haben setzen wir uns ein wenig in die Hotellobby und treffen dort (manchmal) einige andere von uns. Wir gehen ein wenig spazieren und schauen uns in den Geschäften um. Und mindestens jeden zweiten Tag fahre ich in die Klinik um andere Frauen dort zu besuchen. Ansonsten lese ich wenig, Mail, Facebook und Blog sind im Moment nicht mehr ganz so wichtig - und Miriam und ich quatschen den ganzen Tag. Über uns, wie wir sind, wie wir sein wollen, natürlich über andere :-), über Beauty, über Miriams anstehende Veränderungen usw. usw.
Halt alles so Themen die (TS-) Frauen so interessieren. Und damit ist unser Tag sehr reichhaltig gefüllt. Ich kann es genießen nicht mehr jeden Tag wie zu Hause in einem engen Zeitkorsett von all den Familienaufgaben hin zur Arbeit und abends wieder Familie hin und her zu wechseln - ohne je wirklich Zeit für mich zu haben. Selbst so etwas wie Epilation oder SHG sind ja letztlich auch Stationen in einem dicht gepackten Tagesablauf, auch wenn ich sie gerne mache.
Und so - ich traue es mich kaum zu sagen - ist es schön von der Arbeit frei zu sein und auch von allen familiären Aufgaben. Manchmal kurze Absprachen am Telefon, ansonsten bin ich im Moment nicht zuständig. Aber wir telefonieren jeden Tag mindestens einmal und meist auch ganz ausgiebig. Ich freue mich von zu Hause zu hören, was die Kinder so machen, ab und zu auch mal eins am Telefon zu haben.  Ich werde mich freuen, in 14 Tagen wieder zurückzukommen - aber diese 14 Tage werde ich hier genießen - jeden einzelnen!!!
Den Schnee in der Heimat kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Ich laufe hier seit dem ich hier bin nur in Sommerklamotten rum. Wer auch immer mich vom Flughafen abholen wird: Eine dickere Jacke wäre nicht schlecht. Denn bis ich die schönen Sommerröcke alle wieder auspacken kann wird es ja dann doch noch eine Weile dauern....
Heute nachmittag gibt es eine weitere Untersuchung bei Dr. Suporn, morgen gibt es einen Ausflug nach Pattaya und ich wollte auch noch etwas über FFS schreiben. Themen gibt es also noch genug - ihr werdet die nächsten Tage wieder etwas mehr von mir hören. Und Bilder werde ich dann auch noch mal einstellen.
An alle die diese Zeilen lesen viele liebe Grüße in die weit entfernte Heimat!

Freitag, 22. Februar 2013

10. Tag post OP: Erste Nachuntersuchung nach der KH-Entlassung

So langsam kommt in mein/unser Hotelleben ein wenig Routine. Der Tagesablauf hat sich gut eingespielt. Um 07:00 Uhr stehe ich auf, als erstes steht die Dilation auf dem Programm. Nach wie vor lautet die Anweisung zweimal täglich die Dilation durchzuführen. Der Dilator mit Kondom und jeder Menge Gleitgel wird langsam in die Neo-Vagina eingeführt. Das geht langsam aber es geht. Es ist auch nicht besonders schön, aber auszuhalten. Wenn der Dilator die Scheidentiefe erreicht hat wird er nach wie vor mit Hilfe des Plastikstreifens eine halbe Stunde an seiner Stelle gehalten. Die Scheidentiefe beträgt immer noch 19cm, am Ende der Dilatation auch manchmal ein wenig mehr.

Dilatator mit dem schicken Buch, in dem sich
insgesamt 4 Stück befinden - edel!
Nach dem Abduschen wird die Neovagina noch mit Betaidine (Betaisadona? sieht jedenfalls so aus) und einer Wundsalbe außerlich gepflegt. Mit dem Zusammensuchen aller Utensilien, Duschen, Pflege und aufräumen ist da locker eine Stunde Zeit mit verbracht. Abends um 19:00 Uhr folgt dann die gleiche Prozedur noch einmal. Ich bin froh, dass das doch recht einfach funktioniert und auch danach ohne wirklich größere Schmerzen abgeht. Alle Schmerzmittel habe ich abgesetzt.

Die ganz großen Schwellungen gehen inzwischen deutlich zurück, sind aber immer noch erkennbar vorhanden. Deshalb können sich die großen Schamlippen noch lange nicht zu einem schmalen Spalt schließen. Aber der Anblick wird immer weiblicher und schöner!

Heute war dann die erste Nachuntersuchung bei Dr. Suporn.
Zunächst wurden die Fäden an den äüßeren Schamlippen gezogen - das war praktisch nicht zu spüren.
Dann folge die eigentliche Nachuntersuchung.
Die Supornclinic in Chonburi
Am unteren Ende des Scheideneingangs haben sich ein paar kleine oberflächliche Nekrosen gebildet (Hatten mir die Assistentinnen auch schon gesagt). Die sind aber nicht weiter problematisch, weil das umliegende Gewebe sehr gesund ist und sie werden in einer der kommenden Nachuntersuchungen abgetragen. Insgesamt sind sowohl die Assistentinnen von Dr. Suporn als auch er selbst mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden.

Ich war heute auch das erste mal außerhalb vom Hotel spazieren - überhaupt kein Problem. Ich sehe aber hier im Hotel auch andere Frauen, die sich (bei annähernd gleicher Zeit nach der OP) noch bedeutend behutsamer und steifer bewegen. Ein so guter Heiligungsverlauf ist also nicht bei allen so, aber sehr viele sind hier ziemlich fit auf den Beinen.

Über die allgemeine Freude darüber, dass ich diesen Schritt nun für mich getan habe kommt nunmehr mit zunehmender Heilung (weniger Schmerzen, etwas weniger Schwellungen) auch immer mehr ein Gefühl für meinen neuen Köper auf. Ich habe versucht über Berührung herauszufinden, ob ich (vom Körpergefühl her) immer noch meinen Penis anfasse oder die Vagina. Es gibt kein Gefühl mehr für das alte Geschlechtsteil. Es ist so, als hätte es immer schon genau so sein müssen und es fühlt sich an der richtigen Stelle an. Ich weiß nicht, ob man das so nachvollziehen kann, aber ganz am Anfang nach der OP (da konnte ich natürlich nichts anfassen) hatte ich unter dem Verband immer noch ein Gefühl für den Penis - wohl wissend, dass der an dieser Stelle gar nicht mehr sein kann.  Das hat sich völlig geändert.
Der Blick in den Spiegel im Badezimmer zeigt mir dann auch einen Körperteil, der nunmehr auch zu meinen inneren Empfindungen und Bildern von mir gehört. So wie es immer schon hätte sein müssen. Und das ist gut so.



Mittwoch, 20. Februar 2013

20.02.2011: Familienouting

Der 20.02.2011 ist für ein ganz besonderer Tag gewesen. An diesem Tag habe ich meiner Frau erklärt, was eigentlich mit mir los ist. Wir haben ein einen ganzen Abend zusammengesessen und uns über so vieles bislang Unausgesprochenes unterhalten. Es ist uns gelungen unsere Beziehung zueinander neu zu gestalten und so konnten wir viele Dinge in den letzten beiden Jahren gemeinsam und mit gegenseitiger Unterstützung durchstehen. Und natürlich gab und gibt es viele weitere Gespräche.
Dafür bin ich unendlich dankbar. Dass unsere Familie nicht zerbrochen ist, ist für mich das größte Geschenk. Es hat keine geringere Bedeutung als das Versprechen, welches wir uns gegeben haben als wir geheiratet haben. Und ich weiß auch, dass das keineswegs selbstverständlich ist.
Vielen Dank, ich freue mich, wenn ich wieder zu Hause bin.

Dienstag, 19. Februar 2013

Krankenhausentlassung und erste Dilation

Heute, genau eine Woche nach der GaOP ist es nun soweit. Die Entlassung aus dem Krankenhaus steht an.
Um 6:00 Uhr wurde als erstes der Katheder geblockt. Anders als ich dachte ging es aber nicht darum, die Blase schon mal zu füllen, sondern ob ich ein Gefühl für die gefüllte Blase habe. Punkt 8:00 kommt Dr. Suporn und los gehts. Zunächst erklärt Dr. Suporn einmal theoretisch die komplette Pflege. Die Assistentin hat mich vorher schon darauf hingewiesen, dass am besten keine Zwischenfragen stelle, ich könne alles auch noch mal später mit den Assistentinnen im Hotel besprechen. Die können das aber auch tatsächlich viel besser vermitteln.
Dann wird die Blockung des Kathethers aufgehoben und dieser dann gezogen. Das ist weniger schlimm als es sich anhört.
Als nächstes muss die "Vaginal Packing" enfernt werden. Der Zugang war wohl irgendwie vernäht, denn erst müssen ein paare Fäden durchtrennt werden. Und dann holt er Mullbinden aus der Vagina. Ich weiß nicht wieviel, jedenfalls ohne Ende. Die lag wohl dicht gepresst in einer Art Kondom, welches als letztes entfernt wird.
Dann kommt das Dilation-Set zum Einsatz. Für den Anfang die mittlere Größe und zunächst wird festgestellt, wie tief die Vagina überhaupt ist. Bei 19cm ist der Dilator am Anschlag. Ein langes, rechteckiges Stück Plastikplane, auf deren einen Ende man liegt, wird zwischen den Beinen hindurch nach oben gezogen - und nun bitte eine halbe Stunde festhalten. Das ist die Dilationsdauer für den Anfang. Dann unter der Dusche alles sauber machen.
Anschließend werden die Nähte mit Betaisadona und einer Wundsalbe gepflegt. Fertig. Bitte Anziehen. Natürlich Damenwäsche und mit einer Damenbinde.
Ich mache mich ans packen, zwischendurch ohne Ende Trinken. An dem Vormittag trinke ich insgesamt 3 1/2 Liter Wasser. Das ist nämlich die Fahrkarte ins Hotel: Wasser lassen können. Bis wir schließlich abgeholt werden war ich drei mal auf dem Klo. Also kein Problem.
Das Packen übernehme ich selbst, ich fühle mich richtig fit. Gegen 12:30 werden wir vom Taxi der Supornklinik abgeholt und ins Hotel gebracht. Dabei lerne ich auch eine andere Deutsche kennen, die heute ihre Voruntersuchungen hatte und am Donnerstag operiert wird. Das ist auch schön noch weiteren heimatsprachlichen Austausch zu haben.
Im Hotel packt die Betreuerin von der Supornclinik erst mal alle Sachen aus, die jetzt so für mich gebraucht wird. Einen großen Stapel Einmalunterlagen, massenhaft Binden, Gleitcreme, medizinische Kondome, Arzneien, halt alles was so benötigt wird. Es gibt sogar einen Wecker, damit ich weiß, wann die 30 min. für die Dilation um sind! Eins muss ich wirklich sagen: Das ist hier durchorganisiert bis in die kleinsten Details.

Am Nachmittag darf ich dann das ersta mal im Hotel noch angeleitet bougieren. Um es knapp zusammenzufassen: Es gibt weiß Gott angenehmere Dinge im Leben, aber es ist auch nicht so schmerzhaft, dass es nicht auszuhalten wäre. Im Moment benutze ich aber auch nur die Größe M. Die Größe L wartet noch ein wenig in der schicken Buchschatulle...und irgendwann soll das Ganze ja auch 3 mal täglich stattfinden....

Alles in allem muss ich sagen, dass es mir nach einer Woche unerwartet gut geht. Und so darf gerne der Heiligungsverlauf in den nächsten Tagen weiter gehen. Am Freitag ist die nächste Visite in der Supornclinic, mal sehen, ob Dr. Suporn dann auch immer noch so zufrieden ist.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch mal was erklären: Die Supornclinic ist ein kleines Gebäude in direkter Nähe zum Hotel, in dem Beratungen, Voruntersuchungen und kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Die großen Operationen jedoch werden ausschließlich im Aikchol-Hospital durchgeführt, welches einige Kilometer entfernt liegt. Hier hat Dr. Suporn eine ganze Etage angemietet und hat dort auch richtige große Operationssäle zur Verfügung. Wenn alles glatt läuft werde ich also in das Aikchol-Hospital nicht mehr müssen, die gesamten weiteren Nachuntersuchungen finden hier in der Supornklinik statt.

Nun neigt sich auch hier der Tag seinem Ende zu und ich werde mich nach all der Aktivität heute sicher etwas eher zur Ruhe begeben.